In der Kinderpsychologie ist der sogenannte „Nachtschreck“ (Pavor Nocturnus, ICD-10 F51.4 ) ein bekanntes Phänomen. Kinderpsychologen und Kindertherapeuten wissen, dass dies bei etwa 20% der Kindern zwischen zwei und sechs Jahren auftritt. der Nachtschreck ist ein harmloses Phänomen.

Der Nachtschreck sieht schlimmer aus, als er ist

Für Eltern sieht es von außen viel schlimmer aus, als es für das betroffene Kind eigentlich ist, denn das Kind ist während des Nachtschrecks nicht bei vollem Bewusstsein. Es hat in aller Regel auch keine Erinnerung an das plötzliche, häufig mit einem lauten Schrei verbundene Aufschrecken. Die Kinder sitzen mit aufgerissenen Augen im Bett, weinen, wimmern oder schreien, hauen auch teilweise um sich, so als hätten sie große Angst und seien hell wach, was sie aber nicht sind.

Dauer 5 – 20 Minuten in der ersten Nachthälfte

Der Nachtschreck dauert meist zwischen 5 und 20 Minuten und tritt in der ersten Nachthälfte auf. Betroffene Kinder durchleben den Nachtschreck meist beim Übergang vom Tiefschlaf in den Traumschlaf. Es wird angenommen, dass dies mit einer neurolnalen Übererregung zu tun hat in Folge eines noch nicht abgeschlossenen Reifungsprozesses im zentralen Nervensystems.

Veränderungen und belastende Lebensereignisse sind meist Auslöser

In der Forschung gelten als Ursache des Nachtschrecks: belastende Lebensereignisse (z.B. Eingewöhnung in die Krippe oder Kindergarten, Einschulung, Umzug, Trennung, Unfälle und Schicksalsschläge, aber auch Schlafentzug, Schlafen in fremder Umgebung und bestimmte Medikamente. Auch erbliche Faktoren spielen eine Rolle.

Kinderpsychologen raten in der Akutsituation:

  • Versuchen Sie ihr Kind mit leiser Stimme zu beruhigen.
  • Machen Sie kein Licht an.
  • Wecken Sie ihr Kind nicht.
  • Wecken Sie Ihr Kind nur(!) bei möglicher Verletzungsgefahr.
  • Es besteht keine Notwendigkeit mit Ihrem Kind über den Nachtschreck am nächsten Morgen zu sprechen. Ein Gespräch kann eher verunsichernd wirken.

Kinderpsychologen empfehlen zur Behandlung von Nachtschreck:

  • Versuchen Sie Stressoren im Alltag zu reduzieren.
  • Legen Sie gemeinsam Einschlafrituale fest.
  • Sorgen Sie für feste Zubettgehzeiten.
  • Sorgen Sie für eine angenehmes und sicheres Schlafklima.
  • Führen Sie kindgerechte Entspannungstechniken durch (progressive Muskelentspannung, Atemübungen usw.).

Bei anhaltenden Beschschwerden sprechen Sie bitte mit Ihrem Kinderarzt oder konsultieren Sie einen Kinderpsychologen bzw. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, der Sie gerne berät und Ihnen Strategien für einen ruhigen und erholsamen Schlaf an die Hand gibt.