Ablauf einer Psycho- oder Verhaltenstherapie

Wie läuft eine Psychotherapie inhaltlich ab?

In der eigentlichen Therapie werden die im diagnostischen Prozess identifizierten inneren und äußeren Bedingungen, die für die Entstehung und Aufrechterhaltung der Symptomatik bedeutend sind, schrittweise auf der Ebene der Gedanken, Emotionen, Körperreaktionen und Verhaltensweisen bearbeitet und gemeinsam im ganz eigenen Tempo zu verändern versucht. Für Kinder und Jugendliche wird dazu ein dem spezifischen Entwicklungsstand angepasstes erlebnis- und ressourcenzentriertes Vorgehen gewählt mit Elementen aus der Spiel-, Gestaltungs-, Bewegungs- und Musiktherapie (siehe Kinder- und Jugendpsychotherapie). Nur dadurch lässt sich bei Kindern und Jugendlichen eine tragfähige therapeutische Vertrauensbeziehung etablieren, die ganz entscheidend den Therapiefortschritt und Erfolg beeinflusst, weit mehr noch als bei der Arbeit mit erwachsenen Klienten.

Was erwartet Sie beim ersten Gespräch?

Unser erstes gemeinsames Gespräch dient zunächst dem gegenseitigen Kennenlernen. Wir versuchen gemeinsam zu klären, worin das Anliegen besteht. In der Kinder- und Jugendtherapie nimmt die Anliegenklärung häufig relativ viel Zeit in Anspruch, denn Sie als Eltern haben meist andere Vorstellungen als Ihr Kind, woran Sie erkennen würden, dass Therapie hilfreich ist. Zudem kommen viele Kinder und Jugendliche nicht von sich aus auf die Idee zum Kinderpsychologen zu gehen, haben also meist gar kein Problembewusstsein.
Im Erstgespräch versuchen wir gemeinsam herauszufinden, in wieweit es sinnvoll erscheint, das gemeinsame Projekt „Psychotherapie“ auch wirklich zu beginnen und woran wir einen Therapieerfolg erkennen würden. In diesem Vorgespräch findet damit immer auch eine erste diagnostische Einschätzung statt, die als Grundlage für spätere therapeutische Maßnahmen dient.

Ablauf einer Therapie

1. Kennenlernen

Wir vertrauen nur jemandem, den wir gut kennen. Worauf lasse ich mich da ein? Wie wird mir, meinem Kind oder meiner Familie geholfen? Wo soll die Reise hin gehen? Woran würde ich bemerken, dass das Problem gelöst ist?

2. Vertrauen

Offenheit, Klarheit, Selbstbestimmung, Wertschätzung und ein freundschaftliches Gespräch auf Augenhöhe schaffen Vertrauen und Mut für eine gemeinsame Entdeckungsreise zu wertvollen Einsichten und Lösungen.

3. Lösen

Schritt für Schritt lauschen wir unterschiedlichen Körperempfindungen, Denkgewohnheiten, Gefühlen und Verhaltensweisen. Behutsam verändern wir, was zu ändern ist. Fähigkeiten stärken wir. Genussvoll und spielerisch probieren wir Lösungen aus.

4. Leben

Sobald sich hilfreiche Perspektiven, bereichernde Erfahrungen und stärkende Handlungsimpulse im Alltag zu Hause fühlen, ist es an der Zeit, wieder ein Stück des Weges alleine zu gehen. Gehen mit erhobenem Haupt und innerer Gelassenheit.

Wie läuft eine Psychotherapie formell ab?

Vor Beginn der Therapie finden im Allgemeinen bis zu 5 „probatorische“ Sitzungen statt. In diesen je 50-minütigen Sitzungen findet zum einen der diagnostische Prozess statt, in welchem wir mögliche Therapieziele definieren und die Entstehung und Aufrechterhaltung der Symptomatik gemeinsam besser zu verstehen versuchen. Dabei spielt die persönliche Lebensgeschichte, der Entwicklungsabschnitt und die aktuelle Lebenssituation genauso eine entscheidende Rolle wie die aktuellen Interaktionsbeziehungen zu wichtigen Bezugspersonen (bei Kindern und Jugendlichen sind das meist die Eltern).

Die probatorischen Sitzungen dienen auch dazu, gemeinsam zu entscheiden, welche therapeutischen Schritte zur Zielerreichung hilfreich sein werden und ob eine erfolgreiche therapeutische Zusammenarbeit aus Ihrer und meiner Sicht möglich erscheint.

Die Anzahl von Therapiestunden, die für eine erfolgreiche Behandlung notwendig sind, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. die Art und Schwere der Symptomatik.

Bei einer Kurzzeittherapie werden in der Regel 25 Einzelstunden und 6 Bezugspersonenstunden (Eltern) beantragt. Bei einer Langzeittherapie können 45 Therapiestunden erforderlich sein zuzüglich 11 Bezugspersonenstunden, und manchmal auch mehr.

Beratungsanliegen und leichte Beschwerden können oft in wenigen Sitzungen bearbeitet werden und bedürfen meist keiner Psychotherapie. Hier empfiehlt sich ein Coaching über 10 Sitzungen (siehe Coaching Angebote).

Therapiesitzungen dauern in der Regel 50 Minuten. In gegenseitiger Absprache können auch längere Sitzungen vereinbart werden. Der Honorarsatz wird in diesem Fall entsprechend anteilig berechnet.

Während die Kosten für die probatorischen Sitzungen von den meisten privaten Krankenversicherungen ohne weitere Formalitäten erstattet werden, ist vor Beginn der eigentlichen Therapie oft ein mehr oder weniger ausführlicher Bericht des Therapeuten erforderlich.

Vor Aufnahme der Psychotherapie ist zudem die medizinische Abklärung durch einen Konsiliararzt notwendig. Das bedeutet, dass ein Arzt Ihrer Wahl (meist Kinder- und Jugendpsychiater, Kinderarzt, Hausarzt) eine Indikation für Psychotherapie stellt und organisch zu begründende Ursachen für die Beschwerden ausgeschlossen werden können. Organische Ursachen sind immer zuerst bzw. bei Bedarf parallel zu behandeln wie z.B. bei Asthma.

Unterliegt der Psychotherapeut der Schweigepflicht?

Selbstverständlich unterliegt das therapeutische Gespräch der Schweigepflicht. Ohne Ihre ausdrückliche schriftliche Zustimmung dürfen Informationen über die Therapie nicht an andere, auch nicht an mitbehandelnde Ärzte weiter gegeben werden. Sollte eine Entbindung von der Schweigepflicht gegenüber anderen Parteien, beispielsweise Ihrem behandelnden Arzt oder der Schule für die Behandlung erforderlich sein, wird dies über eine gesonderte Schweigepflichtsentbindung geregelt.

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Psychotherapeutische Fachpraxis
Dr. Niko M.O. Hüllemann,
M.A. Päd. Psych.
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